Allein im ersten Quartal 2026 wurden in der Schweiz rund 93'600 Benutzerkonten kompromittiert – statistisch ein Vorfall pro Minute. Was Sie daraus für Ihren Betrieb lernen können.
Zahlen wirken oft abstrakter als Geschichten – bis man sie konkret macht. Laut einer Analyse des Cybersicherheitsunternehmens Surfshark wurden allein im ersten Quartal 2026 in der Schweiz rund 93'600 Benutzerkonten kompromittiert. Umgerechnet ist das statistisch ein Vorfall pro Minute. Kein Grund zur künstlichen Angstmache, aber ein guter Anlass, die eigene Praxis kurz zu überprüfen.
Was sagt das Gesetz dazu?
Datensicherheit ist keine Kür, sondern gesetzliche Pflicht: Art. 8 DSG verlangt von Verantwortlichen angemessene technische und organisatorische Massnahmen, um Personendaten vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Kommt es trotzdem zu einer Verletzung der Datensicherheit, die ein hohes Risiko für die betroffenen Personen darstellt, greift die Meldepflicht gegenüber dem EDÖB (Art. 24 DSG) – und je nach Fall auch die Pflicht, betroffene Personen direkt zu informieren. Wer diese Pflichten verletzt, riskiert Bussen bis CHF 250'000, wobei auch verantwortliche Personen persönlich haftbar sein können.
Praktische Schritte / Checkliste
- Prüfen Sie regelmässig auf Plattformen wie haveibeenpwned.com oder dem Identity Leak Checker, ob geschäftliche E-Mail-Adressen in bekannten Lecks auftauchen.
- Setzen Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle geschäftlich genutzten Konten konsequent durch, nicht nur als Empfehlung.
- Verwenden Sie einen Passwort-Manager im ganzen Team, statt wiederverwendete oder einfache Passwörter zu tolerieren.
- Klären Sie intern, wer im Ernstfall die Meldung an den EDÖB übernimmt und in welcher Frist das geschehen muss.
- Sensibilisieren Sie Mitarbeitende dafür, dass viele Lecks nicht bei Ihnen selbst, sondern bei Drittanbietern entstehen – trotzdem können Ihre geschäftlichen Zugänge betroffen sein.
Häufige Fehler
Viele Unternehmen reagieren erst, wenn der eigene Name in den Schlagzeilen auftaucht. Dabei stammen die meisten kompromittierten Konten aus Lecks bei Drittdiensten – die eigenen Zugangsdaten können trotzdem betroffen sein, ohne dass man es merkt, solange niemand aktiv prüft.
Fazit
Ein Vorfall pro Minute klingt dramatisch, ist aber vor allem ein Weckruf für einfache, längst bekannte Massnahmen: Zwei-Faktor-Authentifizierung, Passwort-Manager und regelmässige Kontrolle statt Zufall.
Unsicher, ob das bei Ihnen sauber umgesetzt ist? Schreiben Sie mir kurz, worum es geht – ich melde mich innerhalb von zwei Werktagen.