Für einen Online-Shop in der Schweiz gelten verschiedene gesetzliche Pflichten und Empfehlungen – sowohl aus rechtlicher Sicht als auch aus Sicht von Kundensicherheit, Vertrauen und Benutzerfreundlichkeit. Hier ist eine kompakte Übersicht, was du als Betreiber berücksichtigen solltest:
1. Impressumspflicht (Anbieterkennzeichnung)
- Name/Firma
- Adresse (kein Postfach)
- E-Mail-Adresse
- Telefonnummer (für Rückfragen oder Support)
2. Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)
- Nicht zwingend gesetzlich vorgeschrieben, aber dringend empfohlen
- Regeln für Kauf, Zahlung, Lieferung, Rückgabe, Gewährleistung etc.
- Müssen leicht auffindbar und vor dem Kauf einsehbar sein
3. Preisangabenverordnung (PAV)
- Preise inkl. MwSt. und Versandkosten oder Hinweis auf zusätzliche Kosten
- Klarer Hinweis auf etwaige Zusatzgebühren (z. B. Zoll bei Auslandslieferungen)
- Währung angeben (CHF, EUR etc.)
4. Widerrufsrecht / Rückgaberecht
- In der Schweiz kein gesetzliches Widerrufsrecht – aber:
- Empfohlen, ein freiwilliges Rückgaberecht zu gewähren (z. B. 14 Tage)
- Klar geregelt: Ablauf, Kosten der Rücksendung, Zustand der Ware usw.
5. Datenschutz (DSG / DSGVO)
- Datenschutzerklärung nach neuem Schweizer DSG (seit 1.9.2023) + ggf. DSGVO (wenn Kunden aus der EU)
- Informieren über:
- Welche Daten gesammelt werden (z. B. bei Bestellungen)
- Wer Zugriff hat (z. B. Zahlungsanbieter, Versand)
- Rechte der Nutzer (Auskunft, Löschung etc.)
- Cookie-Banner, wenn Tracking-/Marketing-Cookies im Einsatz sind
6. Bestellbestätigung & Vertragsschluss
- E-Mail-Bestätigung nach Bestellung mit den wichtigsten Infos
- Klarer Ablauf zum Vertragsschluss (z. B. Button mit „Kostenpflichtig bestellen“)
7. Versand- und Lieferbedingungen
- Klare Angaben zu Lieferzeiten, Versandkosten, Ländern
- Hinweise zu Zoll und Einfuhrabgaben bei internationalem Versand
8. Kundensupport / Erreichbarkeit
- Kundenservice-E-Mail (und/oder Telefon)
- Antwortzeiten angeben
9. Produkthaftung & Gewährleistung
- Gesetzliche Gewährleistung (in der Schweiz 2 Jahre) beachten
- Keine unzulässigen Haftungsausschlüsse verwenden
10. Barrierefreiheit (ab 2025 für EU-Verkäufe relevant)
- Falls digitale Produkte angeboten werden und Kunden in der EU bedient werden:
- → European Accessibility Act (EAA) beachten
- → Barrierefreie PDFs, Websites, E-Books etc. (mind. WCAG 2.1 Level AA)
Bonus-Tipps:
- AGB & Datenschutzbestimmungen vor Checkout aktiv zustimmen lassen (Checkbox)
- Rechtstexte regelmässig überprüfen lassen (z. B. durch einen Fachanwalt oder Datenschutzberater)
- Zahlungssysteme mit sicheren Gateways verwenden (z. B. Stripe, Twint, PayPal)
- SSL-Zertifikat für sichere Datenübertragung, keine freie Zertifikate verwenden (Empfehlung)